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Testberichte

Quijote Kaffee Peru – ein Kaffee weich wie Wolle?

Eine hochwertige Quijote Kaffee Peru Erfahrung – dank Beutel mit Aromaventil

Ich muss zugeben, Quijote Kaffee hat mich mit seinem Konzept überzeugt. Faire Bedingungen für alle in der Produktionskette beschäftigten Menschen, hochwertige Bohnen und Röstungen sowie angemessen Preise. 

Doch wie fällt der Quijote Kaffee Peru Test aus? Überzeugt mich dieser Kaffee und entspricht er der Geschmacksbeschreibung des Rösters? In diesem kleinen Bericht findest du genau das heraus!

Allgemeines zur Quijote Kaffee Peru Erfahrung

Wie es der Titel schon beschreibt, kommen die Bohnen aus Peru, genauer gesagt aus der Region Cajamarca. Dabei handelt es sich um 100% Arabica Bohnen, welche gewaschen wurden. Das sorgt für einen besonders reinen Kaffeegeschmack und ist in Peru sowie anderen Kaffeeanbauländern Lateinamerikas weit verbreitet.

Das Bohnenbild ist sehr gleichmäßig, sowohl was den Röstgrad betrifft, als auch die Bohnen selbst. Ich konnte keinen Bohnenbruch erkennen, auch beschädigte (Wurmloch, Fäulnis) Bohnen konnte ich nicht finden. Das spricht für die hohe Qualität, die die Kooperation CENFROCAFE verspricht. 

Eine Besonderheit habe ich beim Öffnen der Packung erlebt. Auf diesen Moment freue mich immer besonders, schließlich kann auch der Geruch der Bohnen schon etwas über den zubereiteten Kaffee aussagen. Im Quijote Kaffee Peru Test kamen Erinnerungen an das letzte Volksfest hoch. Der Geruch nach karamellisierten Äpfeln macht Lust auf mehr!

Die Zubereitung des Quijote Kaffee Peru

Ich habe den Filterkaffee Peru von Quijote mit verschiedenen Mahlgraden und unterschiedlichen Temperaturen zubereitet. Als für mein Empfinden am Besten hat sich ein vergleichsweise grober Mahlgrad herausgestellt. Ich würde ihn als Mitte zwischen eigentlichem Filterkaffeemahlgrad und French Press Mahlgrad bezeichnen. Als Brew-Ratio wählte ich 1:15. Zudem möchte der Kaffee mit vergleichsweise niedriger Temperatur gebrüht werden, 90 Grad Celsius sorgten für ein fruchtig-süßes Aroma. Aber dazu mehr im nächsten Abschnitt 😉

Hier ist der vergleichsweise grobe Mahlgrad ersichtlich.

Quijote Kaffee Peru Test – schmeckt der wirklich nach Wolle?

„Weich wie Wolle“ – so wirbt Quijote auf der Verpackung des Filterkaffees Peru. Weich und Filterkaffee passen ja durchaus zusammen, darum war ich gespannt, ob die Bohnen dieses Versprechen auch halten können.

Mit den oben genannten Parametern bereitete ich mir 300ml Filterkaffee zu. Im Hario V60 hatte ich eine Durchlaufzeit von ziemlich genau 3 Minuten. Geschmacklich assoziierte ich zu aller erst Apfel. Und zwar genau diesen Apfelgeschmack, den ich aus meinem Garten kenne. Süß und dennoch säuerlich. Die Süße erinnert, wie schon der Geruch erahnen ließ, an Karamell. Die Säure schmeckt herrlich sanft nach einem säuerlichen Apfel, bleibt aber schön im Hintergrund. 

Quijote Kaffee nennt die Aromen Apfel, Kondensmilch, Karamell und Limette. Apfel und Karamell hatte ich auch auf der Zunge, diese beiden Geschmäcker sind absolut präsent. Auf Limette lasse ich mich noch ein, wobei ich die Säure eher mit Apfel beschreiben würde. Lediglich Kondensmilch konnte ich nicht erahnen, wobei ich diese auch nicht wirklich vermisse. 

Stark ausgeprägtes Blooming, da der Kaffee 15 Tage jung ist.

Das Fazit zum Quijote Kaffee Peru Test

Morgens darf es ein sanfter Filterkaffee sein, der einen mit seinen milden Aromen aus dem Schlaf trägt? Dann ist der Peru von Quijote genau richtig. Er ist wirklich weich wie Wolle und kommt ohne harte Kanten daher. Die karamellige Süße in Verbindung mit einer zurückhaltenden Apfelsäure sorgt für absolute Harmonie. Ein feiner, sanfter Kaffee, der perfekt geröstet ist.

Eine runde Sache, so eine Tasse Quijote Kaffee Peru.

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Zubereitung

Beem Grind Profession Test – besser als sie aussieht? 

Manche Espressomaschinen sind wahre Kunstwerke. Eine Olympia Cremina oder auch die La Pavoni Professional* haben das Zeug zum Eyecatcher in der Küche. Ganz anders die Beem Grind Profession*. In meinen Augen kann damit kein Designpreis gewonnen werden. Doch was wirklich zählt, ist das Ergebnis in der Tasse. Und natürlich der Preis. Und letzterer ist bei Beem wirklich gut. Ob aufgrund des günstigen Preises Abstriche in Kauf genommen werden müssen, erfährst du in diesem Artikel.

Designtechnisch finde ich die Grind Profession leider nicht allzu gelungen…

Die Verarbeitungsqualität im Beem Grind Profession Test

Wer hochpreisige Espressomaschinen* gewohnt ist, der erwartet ein schweres Gerät, das zu Großteilen aus Metall gefertigt ist. Bei der Beem Grind Profession ist das Abtropfgitter und der Siebträger aus Metall, das gesamte Gehäuse allerdings aus Kunststoff. In dieser Preisklasse ist das normal, zumal die Verarbeitungsqualität überraschend gut ist. Die Spaltmaße sind sehr gut und das Gewicht ausreichend hoch, um beim Einspannen des Siebträgers nicht mit einer Hand dagegenhalten zu müssen. 
Überrascht hat uns der Siebträger. Dieser ist schön schwer und liegt wirklich gut in der Hand. Er muss sich vor klassischen E61-Siebträgern* nicht verstecken! Zudem verfügt er über einen Standarddurchmesser von 58 Millimetern. Leider passen aber Drittanbietersiebe nicht hinein, da ein abgeflachter Siebrand, ähnlich den Quickmill-Modellen, vorgesehen ist.
Als Minuspunkt gilt es hier nur die Haptik zu nennen. Gehäuse, Tassenablage und Bohnenbehälter sind aus Plastik gefertigt. Das fühlt sich einfach nicht sehr hochwertig an.

Kann eine integrierte Mühle überzeugen?

Ein besonderes Augenmerk legten wir auf die Mühle im Beem Grind Profession Test. Denn meist ist diese bei Kombigeräten der größte Schwachpunkt. Überraschenderweise konnte uns die Beem Mühle aber tatsächlich überzeugen. Es sind ausreichend viele Einstellrastungen vorhanden, um den Mahlgrad passend der Bohne anzupassen. Außerdem weiß das Mahlergebnis des Kegelmahlwerks bei dunklen Bohnen wirklich zu überzeugen. Wir erreichen einen schmackhaften Espresso mit ordentlicher Crema, ganz ohne Channelling (eine gute Puckvorbereitung vorausgesetzt). Lediglich sehr helle Röstungen bereiten dem Mahlwerk Probleme. Die hohe Bohnenhärte scheint der Beem Grind Profession etwas zu viel zu sein, weshalb die Partikelgrößen zu unterschiedlich sind. 


Als letzten Vorteil der verbauten Mühle möchten wir noch den geringen Totraum ansprechen. Dieser umfasst lediglich 0,5 Gramm. Das ist wirklich gut und ein großer Vorteil, da wenig altes Kaffeemehl in der Mühle verbleibt und Bohnenwechsel sehr unkompliziert über die Bühne gehen.

Zwei Thermoblöcke als Alleinstellungsmerkmal

Single Thermoblock Geräte mit integrierter Mühle gibt es fast wie Sand am Meer. Das wahre Alleinstellungsmerkmal im Beem Grind Profession Test ist der Dual Thermoblock. Beem verbaute zwei Heizelemente, eines für das Brühwasser und ein weiteres für den Dampfbezug. Somit werden hier die Vorteile eines Dualboilers mit Thermoblöcken vereint. Es entfallen lästige Aufheiz- und Abkühlzeiten, außerdem kann während des Espressobezugs schon einmal die Milch geschäumt werden. Und das hört sich nicht nur in der Theorie gut an, sondern funktioniert auch praktisch. Nach ca. 10 Minuten Aufheizzeit (nach 3 Minuten ist die Maschine theoretisch einsatzbereit, aber nach 10 Minuten voll durchgeheizt) und einem kurzen Leerbezug kann der erste Espresso bezogen werden. Dabei überzeugt die Temperaturstabilität der Maschine, was sich auch im Geschmack wiederspiegelt. Die bezogenen Espressi waren rund und harmonisch mit weichem Mundgefühl, sofern es sich um mittlere bis dunkle Röstungen handelte. Wie schon oben beschrieben, hat die Mühle bei hellen Bohnen so ihre Schwierigkeiten.

Espresso La Marzocco Test

Von einer Dual Thermoblock Maschine erwartet man eine ordentliche Dampfleistung, da die Käufer ein solches Modell wählen, um auch unkompliziert Milchgetränke zubereiten zu können. Im Beem Grind Profession Test überzeugte sowohl die Trockenheit des Dampfes und auch die Kraft. Ausdauer ist aufgrund des Thermoblocks natürlich mehr als ausreichend vorhanden. Theoretisch könnte bis zum Entleeren des Wassertanks Dampf bezogen werden. Ein Nachteil ist allerding die Temperatur des Dampfthermoblocks. Es macht den Eindruck, dass diese während des Schäumens stetig ansteigt. Das hat zur Folge, dass zum Ende hin zu viel Dampfpower entwickelt wird und die Milch derart stark rotiert, dass sie aus dem Kännchen fliegt. Ich würde mich als durchaus erfahrenen Milchschäumer bezeichnen, dennoch passierte es mir immer wieder.
Von diesem Wehrmutstropfen abgesehen überzeugen die Dampfeigenschaften im Beem Grind Profession Test. Die Milch ist nicht wässrig, sondern schön cremig und feinporig. Zudem handelt es sich um eine No-burn-Lanze, was die Reinigung erheblich vereinfacht. 

Cappuccino La Marzocco Test

Die Benutzerfreundlichkeit im Beem Grind Profession Test

Für mich ist eine Espressomaschine ein Werkzeug, mithilfe dessen ein aromatisches Getränk zubereitet wird. Und von einem Werkzeug erwarte ich eine gute Benutzerfreundlichkeit. Im Beem Grind Profession Test konnte dieser Teil leider nicht gänzlich überzeugen. Aber von Anfang an:
Der Bohnenbehälter fasst ca. 300 Gramm, was gut und sinnvoll ist. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Bohnen zu lange darin lagern und schnell altern. Der Mahlgrad wird durch Drehen des Bohnenbehälters geändert, was auch sehr zuverlässig und einfach funktioniert. Wesentlich schwieriger ist die Einstellung der Mahldauer. Zum Einstellen dieser wird der Soft-Button lange gedrückt gehalten, bis die gewünschte Menge an Mahlgut erreicht ist. Diese Zeitspanne wird automatisch gespeichert. Das hat den Nachteil, dass ein exaktes Einstellen des Timers nicht möglich ist. Stelle ich etwa fest, dass ich ca. 1 Gramm mehr Kaffeemehl benötige, um auf die gewünschte Bezugszeit zu kommen, dann muss ich nach Gefühl den Button ca. eine halbe Sekunde länger gedrückt halten. Dass das nicht funktionieren kann, liegt auf der Hand. Viel besser würde mir eine Lösung mit einem Drehrad oder gar einer digitalen Zeitanzeige gefallen, da auf diese Weise die Mahlmenge wirklich exakt einstellbar wäre. 
Auch die Bedienelemente für den Espressobezug sind als Touch Buttons gestaltet. Mir persönlich fehlt dabei das haptische Feedback, ich drücke gerade bei Espressomaschinen gerne auf einen physischen Knopf. Wobei ich auch anmerken muss, dass gerade die Touchelemente der Beem Grind Profession einen modernen Look verschaffen.

Das Fazit zur Beem Grind Profession

Im ausführlichen Beem Grind Profession Test konnte die erschwingliche Espressomaschine in vielen Bereichen glänzen. Vor allem die verbaute Mühle ist für ein Kombigerät wirklich gut. Und auch der Espressobezug gelingt mit mittleren und dunklen Bohnen hervorragend. Wer häufig einen Cappuccino oder Latte Macchiato zubereitet, wird außerdem das Twin Thermoblock System schätzen lernen. 
Beim Kauf einer derart günstigen Espressomaschine müssen natürlich Abstriche in Kauf genommen werden. So besteht das Gehäuse zu großen Teilen aus Kunststoff, die Benutzerfreundlichkeit ist aufgrund der Touchbuttons nicht ideal und das Milchschäumen erweist sich mit kleinen Kännchen als etwas schwierig. Doch in Anbetracht des Preises und im Vergleich zu anderen Siebträgermaschinen dieser Klasse muss für die Beem Grind Profession eine Kaufempfehlung ausgesprochen werden, sofern man mit den genannten Nachteilen leben kann.

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Zubereitung

Milch aufschäumen mit der Dampflanze – 5 Tipps 

Ein Cappuccino besteht aus einem Espresso und geschäumter Milch. In diesem Beitrag befassen wir uns mit dem zweiten Punkt, dem Milch aufschäumen mit der Dampflanze. Dabei stellen wir uns zuerst die Frage nach dem Ziel, um anschließend in die Praxis einzusteigen. Du wirst sehen, mit ein wenig Übung ist die Zubereitung einfach und schnell erledigt. 

Milchkännchen

Ein gutes Milchkännchen erleichtert das Schäumen. Ich habe gute Erfahrungen mit Kännchen von Motta* gemacht.

Die perfekte Konsistenz des Milchschaums

In der Gastronomie wird ein Cappuccino oft mit einer „Milchkrone“ serviert. Im Kreis der Heimbarista spricht man vom sogenannten Bauschaum. Eine bauschaumartige Konsistenz ist nicht das Ziel! Vielmehr wollen wir eine sehr feinporige Creme, in der einzelne Luftblasen mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen sind. Dabei soll etwa die Hälfte der Milchmasse aus feinem Schaum bestehen, der Rest ist flüssig.
Nur wenn die Milche diese cremige Konsistenz aufweist, erzielen wir den besten Geschmack und gute Gießeigenschaften. Letzteres ist wichtig, um auch Herzen, Rosetten und anderes Latte Art verwirklichen zu können. 

Welche Milch ist die Beste?

H-Milch im Cappuccino? Besser nicht! Es mag zwar praktisch sein, immer eine Milchreserve im Haus zu haben, für den Cappuccino empfehle ich aber Frischmilch. Der Fettgehalt dieser spielt für das Schäumen keine große Rolle, geschmacklich gefällt mir Vollmilch aber am besten.
Wichtig für das Milch Aufschäumen mit der Dampflanze ist der Eiweißgehalt. Dieser sollte mindestens bei 3,3 %, besser 3,4 % betragen. Beim nächsten Einkauf lohnt es sich, die Etiketten der verschiedenen Anbieter zu vergleichen!
Frischmilch sollte im Kühlschrank gelagert werden. Und das ist auch für das Milch Aufschäumen mit der Dampflanze sinnvoll. Denn kalte Milch benötigt mehr Zeit um auf Temperatur zu kommen, was dem Barista mehr Zeit zum Schäumen gibt.

Wie viel Milch kommt in die Kanne?

Beim Milch Aufschäumen mit der Dampflanze werden Anfänger schon beim ersten Schritt verunsichert – nämlich der zu verwendenden Milchmenge. Diese ist abhängig von der verwendeten Milchkanne. Es sind verschieden große Modelle erhältlich. 
Die Milch sollte bis ca. einen Zentimeter unter die Tülle gefüllt werden. Das ist erforderlich, da beim Milch aufschäumen mit der Dampflanze eine ganz bestimmte Drehbewegung der Milch erreicht werden muss (das wird weiter unten genauer beschrieben). Wird zu wenig Milch verwendet, kann eben diese Bewegung nicht ausgeführt werden. Außerdem würde sich die Milch sehr schnell erhitzen, was wir verhindern möchten. Bei einer zu hohen Füllmenge besteht die Gefahr des Überlaufens, schließlich wir durch das Schäumen das Volumen erhöht.

Die Position der Dampflanze in der Milch

Bevor die Dampflanze in die Milch kommt, sollte das Kondenswasser abgelassen werden. Hierfür wird einfach kurz der Dampfhahn geöffnet und das Kondenswasser in ein Tuch oder die Abtropfschale abgelassen.
Anschließend wird die Spitze der Dampflanze circa einen Zentimeter tief in die Milch gehalten. Die Position ist nicht mittig, sondern leicht nach rechts/links verschoben. Außerdem wird das Kännchen nicht senkrecht, sondern leicht schräg (ca. 80° Winkel) gehalten. Um diese Position gut halten zu können, ist es hilfreich, die Dampflanze am Rand des Milchkännchens anzulehnen.

Das Schäumen beginnt

Der Dampfhahn wird vollständig geöffnet. Viele Anfänger gehen zu zaghaft vor und lassen nur ein laues Lüftchen aus der Dampflanze blasen. Wir brauchen aber sofort die volle Kraft, da das Ziel eine Art Tornado in der Milchkanne ist. Die Milch soll im Kännchen „rollen“, also eine Drehbewegung haben. Ist diese Bewegung erreicht, wird das Kännchen so weit nach unten bewegt, bis ein Zischen zu hören ist. Dieses Geräusch ist mit dem Zerreisen von Papier zu vergleich. In dieser sogenannten Zugphase wird die Milch mit Luftblasen versehen, die noch recht grobporig sind. Die Zugphase wird solange ausgeführt, bis die Milch etwas mehr als handwarm ist.
Nun erfolgt der Übergang in die Rollphase. Die Milchkanne wird so weit nach oben bewegt, bis das Zischen verstummt, aber nicht weiter. In dieser Phase werden die Luftblasen stetig weiter verkleinert und unter die Milch gehoben, was zu einem feinporigen, cremigen Milch-Schaum-Gemisch führt.
Meiner Meinung nach kann auf ein Thermometer beim Milch aufschäumen mit der Dampflanze verzichtet werden. Die Rollphase und damit der gesamte Schäumvorgang wird dann abgebrochen, wenn sich das Milchkännchen heiß anfühlt. Der Dampfhahn wird geschlossen, bevor er aus der Milch genommen wird.

Nach dem Schäumen – wichtig!

Ist der Schäumvorgang abgeschlossen, sollte sofort die Dampflanze gereinigt werden. Dafür wird kurz Dampf abgegeben, um Milchrückstände im Inneren der Lanze zu verhindern. Anschließen wird die anhaftende Milch mit einem feuchten Tuch von der Dampflanze gewischt. 
Das Kännchen sollte vor dem Gießen von Latte Art einmal leicht auf die Arbeitsplatte geklopft werden. So werden größere Bläschen, die auch bei erfahrenen Baristas noch vorkommen, effektiv zerplatzen. Anschließend wird das Milchkännchen in kreisenden Bewegungen geschwenkt, um ein sich Absetzen der Milch zu verhindern. Nun kann Latte Art gegossen werden, wofür demnächst ein eigener Artikel veröffentlicht wird. 

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Technik

Die 4 verschiedene Espressomaschinen Arten

Du suchst nach einer Siebträgermaschine, die genau deinen Anforderungen entspricht? Um zumindest den Kreis der passenden Modelle einzugrenzen, solltest Du die Unterschiede zwischen Einkreisern, Zweikreisern und Dualboilern kennen. Je nach „Trinkverhalten“ kommt ein unterschiedliches Modell in Frage. Außerdem werden im letzten Abschnitt des Artikels die Besonderheiten einer Handhebel Espressomaschine aufgezeigt. 

Espresso soll es sein – der Einkreiser Siebträger

Cappuccino, Latte Macchiato und Flat White sind nicht dein Fall? Dann ist ein Einkreiser Siebträger nicht nur ausreichend, sondern perfekt für dich geeignet. Wie es der Name schon verrät, besitzt eine solche Maschine nur einen Heizkreislauf. In einem Kessel wird das Wasser erhitzt und mit  einer Pumpe in die Brühgruppe befördert. So kann die Temperatur mittels eines Pressostaten oder einem PID-Regler sehr exakt eingestellt werden. Und eine passende Brühtemperatur ist ausschlaggebend für einen leckeren Espresso. 

Bei den meisten Einkreiser Siebträgermaschinen ist das Milchaufschäumen möglich. Hierfür muss der Boiler stärker aufgeheizt werden, um den nötigen Druck fürs Schäumen zu erzeugen. Das ist mit einer Wartezeit verbunden. Außerdem muss der Boiler wieder abkühlen, was wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt (ca. 5 Minuten). Schließlich soll der nächste Espresso nicht zu heiß gebrüht werden, andernfalls schmeckt er bitter und hat wenig Crema. 

Die Vorteile eines Einkreiser Siebträgers

  • Gut einstellbare Brühtemperatur (vor allem bei verbauter PID-Steuerung)
  • Geringer Anschaffungspreis
  • Kompakte Maschinenmaße
  • Vergleichsweise geringer Stromverbrauch
  • Gut geeignet für die Zubereitung verschiedener Bohnen (auch helle Röstungen)

Die Nachteile eines Einkreiser Siebträgers

  • Espressobezug und Milchschäumen nicht gleichzeitig möglich
  • Recht lange Abkühlzeit zwischen Schäumen und Espressobezug
  • Häufig ist die Dampfleistung nur mittelmäßig

Der Klassiker für Milchgetränke – der Zweikreiser Siebträger

Der Espresso findet seinen Weg in die Tasse, gleichzeitig schäumt der Barista die Milch auf. So kennen wir die Cappuccino-Zubereitung aus Italien. Und genau das macht ein Zweikreiser Siebträger möglich. Hier wird ein großer Boiler stark erhitzt, aus dem der Dampf zum Milchaufschäumen gewonnen wird. Durch diesen Boiler läuft ein Rohr, der das Wasser für den Espressobezug erwärmt. Somit ist die Brühtemperatur abhängig von der des Dampfkessels. Aufgrund dieser Tatsache ist eine exakte Einstellung der Brühtemperatur nur schwer möglich. Wer hauptsächlich Milchgetränke konsumiert und hierfür dunkle Bohnen verwendet, kann diesen Punkt vernachlässigen.

Ein wichtiger Vorteil des Zweikreiser Siebträgers ist die enorme Dampfpower. Nicht selten kommen hier Dampfkessel mit 1,5 Liter Volumen zum Einsatz. Das sorgt für so viel Dampf, dass der Espressomaschine im privaten Haushalt niemals die Puste ausgeht.

Die Vorteile eines Zweikreiser Siebträgers

  • Espressobezug und Milchaufschäumen zeitgleich möglich
  • Sehr viel Dampfpower
  • Sehr konstante Brühtemperatur
  • Frisches Wasser für den Espressobezug (das Brühwasser kommt fast direkt aus dem Tank)

Die Nachteile eines Zweikreiser Siebträgers

  • Brühtemperatur lässt sich nicht sehr exakt einstellen
  • Brühtemperatur von Kesseltemperatur abhängig
  • Aufgrund großer Kessel erhöhter Stromverbrauch
  • Für helle Röstungen nur bedingt geeignet

Für jede Situation gerüstet – der Dualboiler Siebträger

Besten Espresso und dennoch unkompliziertes Milchschäumen, diese Funktionalität bietet ein Dualboiler Siebträger. Im Inneren einer solchen Maschine befinden sich zwei Kessel, einer für das Brühwasser und einen weiteren für den Dampf. So werden die Vorteile eines Einkreisers mit denen eines Zweikreisers kombiniert. Es lässt sich die Brühtemperatur sehr exakt einstellen, ausreichend Dampf ist vorhanden und zudem kann während des Espressobezugs Milch aufgeschäumt werden. 

So viel Komfort geht natürlich mit einem höheren Preis einher. Und auch die Wartung kann erschwert sein, schließlich ist ein Großteil der Technik zweimal verbaut. 

Die Vorteile eines Dualboiler Siebträgers

  • Sehr exakte Temperatursteuerung und gute Temperaturstabilität
  • Espressobezug und Milchaufschäumen gleichzeitig möglich
  • Sehr gut geeignet, um verschiedene Bohnen zuzubereiten
  • Haushalts Dualboiler mit ausreichend Dampfpower für den Privatgebrauch

Die Nachteile eines Dualboiler Siebträgers

  • Vergleichsweise hoher Stromverbrauch (wenn der Dampfboiler nicht abschaltbar ist)
  • Hoher Anschaffungspreis

Für absolute Liebhaber – die Handhebel Espressomaschine

Ein leckerer, von Hand zubereiteter Espresso ist nur einen Hebelzug entfernt. Bei einer Handhebel Espressomaschine wird auf eine Pumpe zum Druckaufbau verzichtet, stattdessen kommt Muskelkraft ins Spiel. Je nach Modell wird entweder eine Feder gespannt, die dann den Druck ansteigend an das Kaffeemehl abgibt. Alternativ wird durch ein Drücken am Hebel der Druck direkt erzeugt. Letzteres hat den Vorteil, dass auf den Brühdruck direkt eingewirkt werden kann und sich somit verschiedene Druckprofile austesten lassen. 

Handhebel Espressomaschinen gibt es sowohl als Einkreiser, Zweikreiser und Dualboiler. Die Preise sind oft sogar höher als jene mit elektronischer Pumpe. Diese Investition nehmen Liebhaber dieser Zubereitungsmethode aber gerne in Kauf.

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