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Technik Zubereitung

Ein subjektiver Comandante C40 MK4 Test

Ich liebe hochwertiges Kaffeeequipment, sei es ein schöner Dualboiler* oder praktisches Zubehör. Aber selten erlebte ich einen solchen Hype und gleichzeitig eine eigene Begeisterung für ein Kaffee-Produkt wie bei der Comandante Handmühle. In den folgenden Absatz werde ich einige Worte über sie verlieren und die positiven wie auch negativen Seiten der Mühle beleuchten, sodass ein hoffentlich schlüssiger Comandante Test zu lesen ist. Ich habe sie bei Amazon* für etwas mehr als 200€ gekauft.

Die Qual der Wahl

Um meinen Comandante C40 Test ohne Beeinflussung von außen verfassen zu können, entschied ich mich die Mühle selbst kaufen. Und damit war ich schon mitten im Test. Ich war schier erschlagen von den verschiedenen Farben, Ausführungen, Zubehörteilen und Bezeichnungen. Neben Holz und bunten Farben bietet der deutsche Hersteller ein Modell Namens X25 Trailmaster an, das über dasselbe Mahlwerk verfügt, aber speziell für den Outdoor-Einsatz konzipiert wurde. 
Nachdem ich mich eingelesen und die verschiedenen Modelle miteinander verglich, kam ich zu dem Entschluss, die Comandante C40 MK4 in der schwarzen Metallausführung zu testen. 

Der Lieferumfang im Comandante C40 Test

erpackt in einem hochwertigen, sehr langen Karton erscheint die Comandante C40 in meiner Küche. Neben der Mühle finden sich ein Kunststoff-Auffangbehälter und einer aus Glas, ein Pinsel, die Anleitung sowie ein Comandante Silikonband sowie eine Filzunterlage. Die Funktion der Unterlage erschließt sich mir nicht ganz. Ich vermute, sie sollte bei der Reinigung untergelegt werden.
Die Erwartungen an den Lieferumfang einer Handmühle konnte der Comandante C40 MK4 Test erfüllen. Ich wüsste nicht, was hier fehlt.

Die Qualität der Comandante C40 MK4

Ich besaß über zwei Jahre das Vorgängermodell C40 MK3* und war von diesem qualitativ echt überzeugt. Die neue Version MK4 spielt in derselben Liga. Alles wirkt wie aus einem Guss, die Verarbeitung ist in meinen Augen absolut makellos. So ist die äußere Hülle aus Metall, ebenso das Mahlwerk und die Kurbelstange. Die Achse wird von zwei Kugellagern gehalten und dreht sich ausgesprochen leichtgängig. Der Knauf ist aus Holz und besitzt eine angenehme Größe. Bei den Auffangbehältern hat man bei der Comandante C40 MK4 die Wahl zwischen Glas und Kunststoff. Der Vorteil des Kunststoffmodells ist, dass keine störende „Stufe“ vorhanden ist, an der gerne etwas Mahlgut hängen bleibt. 

Die Comandante von oben ohne Deckel. Die Achse ist gelagert, die Kurbelaufnahme überarbeitet.

Die Handhabung im Comandante Test

Ich benutze meine Comandante seit einem guten halben Jahr nahezu täglich. Somit kann ich ganz gut einschätzen, wie gut die Handhabung im Comandante C40 Test tatsächlich ist. 
Zuerst möchte ich einen kleinen Vergleich zum Vorgänger ziehen. Das Modell MK3 hatte eine Rille auf der Oberseite des Kurbelaufnehmers, in der sich immer wieder Bohnen verfangen haben. Diese mussten dann aufwendig mit einem spitzen Gegenstand herausgepult werden. Im Comandante C40 MK4 Test trat dieses nervige Problem zum Glück nicht mehr auf, da die Aufnahme der Kurbel überarbeitet wurde. Sie ist komplett spaltfrei und somit ist das Befüllen der Mühle um ein Vielfaches einfacher. Ich benutze dafür meist einen der mitgelieferten Mahlgutbehälter, diese passen nämlich auf perfekt auf die Oberseite. So lässt sich die Mühle ohne Sauerei befüllen.
Das Aufstecken der Kurbel und auch das Aufschrauben des Mahlgutbehälters gehen intuitiv und sehr einfach von der Hand. Die Kurbel rastet mithilfe eines Magnets sicher ein, der Auffangbehälter ist nach zwei Umdrehung sicher mit der Mühlenunterseite verschraubt. 
Für mich findet sich nur ein Handhabungs-Nachteil im Comandante Test, nämlich die Mahlgradverstellung. Diese ist an sich sehr einfach, es wird ein kleines Rädchen auf der Unterseite entweder auf- oder zugedreht, und auch der Nullpunkt lässt sich leicht finden. Allerdings fehlt mir ganz klar eine Skala, auf der ich die sogenannten Klicks ablesen kann. Stattdessen bleibt mir nichts anderes übrig, als mir die Klicks zu merken oder aufzuschreiben. Es ist mir schon oft passiert, dass ich am nächsten Morgen nicht mehr wusste, bei wie vielen Klicks ich gestern war. Da bleibt mir dann nichts anderes übrig, als Schritt für Schritt zurück zum Nullpunkt zu gehen um auf diese Weise meine eingestellten Klicks herauszufinden. 

Mithilfe dieses Drehrades wird der Mahlgrad verstellt. Das geht schnell und einfach, eine Skala vermisse ich trotzdem.


Ach ja, ein Manko für Nutzer mit kleinen Händen gibt es noch. Der Umfang der Comandante C40 MK4 ist vergleichsweise groß. Mit kleinen Händen ist schon etwas Kraft notwendig, um die Comandante während des Mahlvorgangs sicher festzuhalten. Daran gewöhnt man sich aber sehr schnell. Außerdem ist für diesen Fall das Silikonband vorgesehen, welches als „Anti-Rutsch-Band“ dient.

Wie gut schmeckt der Kaffee im Comandante C40 MK4 Test?

Das A und O einer derart hochpreisigen Mühle ist natürlich das Mahlergebnis. In meinem Comandante C40 Test brühte ich sowohl Filter als auch Espresso. 
Vor allem im Filterbereich gilt die Comandante C40 als die Referenz der Handmühlen. Und auch ich kann das nur unterstreichen. Mit noch keiner anderen Handmühle hatte ich derart ausbalancierte Kaffees gebrüht. Je nach Mahlgrad, Bohne, Wassertemperatur und Brühtechnik kommen Fruchtigkeit, Klarheit, Süße und Säure wunderbar zur Geltung. Dank der Klicks ist ein Vergleich zu den Angaben des Rösters oder zu anderen Nutzern möglich, ein praktischer „Mahlgrad-Ausgangspunkt“ findet sich also schnell. 
Im Comandante C40 MK4 Test zog ich auch meine Mahlkönig EK43 S zum Vergleich heran. Ich versuchte, ähnliche Mahlgrade mit beiden Maschinen zu treffen und verkostete beide Getränke. Im direkten Vergleich fällt die Comandante C40 einen Hauch zurück, die Kaffees der EK43 waren noch einen Hauch süßer und klarer. Der Unterschied beträgt aber nur Nuance, was in Anbetracht des Preisunterschiedes schon überrascht.
Natürlich musste der Comandante Test auch mit einigen Espressi versehen werden. Geschmacklich können diese ebenfalls durchweg überzeugen, vor allem bei hellen Röstungen finden Süße und Körper einen harmonischen Einklang. Je feiner gemahlen wird, desto länger dauert dieser Vorgang aber. So benötige ich im Comandante C40 Test rund 1 Minute und 20 Sekunden für 18 Gramm Kaffee in espressofeiner Mahlung. Für mich ist das die Grenze des zumutbaren, aber gerade noch vertretbar. Störender ist dagegen die Tatsache, dass sich der perfekte Mahlgrad zwischen zwei (recht groben) Klicks befindet. Abhilfe schafft hier das Zubehörteil Red-Clicks, welches die Mahlstufen nochmals halbiert und somit eine feinere abgestufte Einstellung erlaubt.

Der Comandante C40 MK4 Test – ein Fazit

Ich bin froh, dass ich die Mühle gekauft habe. Ärgern würde ich mich nämlich sehr, wenn ich sie nach dem Comandante C40 Test wieder zurückgeben müsste! Es handelt sich bei dieser Handmühle einfach um ein Produkt, das begeistert, es ist in nahezu jeder Hinsicht perfekt. Das gilt vor allem für das Mahlgut, welches sich auch vor äußerst hochpreisigen Mühlen* nicht verstecken muss. Trotzdem sollte man sich bewusst sein, dass das Mahlen Zeit und auch etwas Kraft erfordert. Für mich ist das mittlerweile ein fester Teil der Zubereitungszeremonie.

6 Antworten auf „Ein subjektiver Comandante C40 MK4 Test“

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